So war’s: Vizthink Hamburg Meetup #10 – Film & Kino

b-movie_außenDiesmal haben sich Hamburgs visuelle Denker im garantiert Popkorn-freien Kino ‚b-movie‘ auf St. Pauli getroffen. Danke an Susanne, die uns in das 27 Jahre alte Kultkino eingeladen und mit erfrischenden Getränken versorgt hat.

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Trailer

Mal wieder starteten wir in 2-er Teams: „Erzähl mir von deinem Lieblingsfilm, welches Zitat ist dir in besonderer Erinnerung geblieben? Welche Szene hat dich beeindruckt?“ Nun sollte der Partner eben diese Szene visualisieren. Da kam Freude auf!

Hauptfilm

Malte von Tiesenhausen und Eckhard Feist von EXPLAINAS haben uns gezeigt, wie man mit Erklärfilmen sehr komplexe Sachverhalte erklären kann. Wir wissen ja, dass handgemachte Bilder meist als etwas Wertvolles wahrgenommen werden und es Menschen in den Bann zieht, wenn man Bilder live visualisiert. Der Film gaukelt dem Betrachter dieses unmittelbare Erlebnis vor, wenn die Bilder Stück für Stück vor dem eigenen Auge entstehen. Weitere Zutaten für einen guten Erklärfilm, erzählt Illustrator Malte, sind die direkte Ansprache des Zuschauers sowie die Mehrschichtigkeit von Bild und Text. Das heißt Bild und Text sind nicht unbedingt identisch, verfolgen aber das selbe Ziel, so dass sich die beiden ideal ergänzen. Erklärfilme können diverse Stile haben. Das Wichtigste ist, dass die Betrachter die Message verstehen und sympathisch finden. Dazu haben wir uns beispielhaft verschiedene Erklärfilme angeschaut, z.B. ‚The way things are …‘ , bei ein Vortrag zum komplexen Thema ‚Wahrnehmung‘ Stück für Stück mitgezeichnet wird, ein Erklärfilm zum Thema Gemüseanbau und beispielhaft eine 2D Vektoranimation.

Sketchnote_EXPLAINAS_1_by_@Sabrittas   Sketchnote_EXPLAINAS_2_by_@Sabrittas

 

 

Im Anschluss erzählte uns Maike Ramke von ihrer Arbeit als Storyboard Artist. Das Storyboard ist die erste visuelle Umsetzung einer Idee oder eines Drehbuchs. Dieses Drehbuch ist die Grundvoraussetzung für ihre Arbeit. Die Auftraggeber von Maike wissen das, da sie i.d.R. aus der Animationsfilm Branche kommen. Die Kollegen von EXPLAINAS jedoch haben meist mit Leuten zu tun, die zum ersten mal einen Film in Auftrag geben. Das ist eine besondere Herausforderung, denn manchmal wird erst deutlich, dass im Drehbuch etwas nicht stimmt, wenn der Film schon fast fertig ist.

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Maike hat uns dann ein animiertes Storyboard gezeigt, das sie für die Serie ‚Die wilden Fußballkerle‘ angefertigt hat. Eine 11-minütige Folge hat dabei etwa 500-700 Bilder. Sogenannte ‚Model Sheets / Character sheets animation‘ (Charakterblätter) zeigen die Figuren von allen Seiten. Das hilft Maike dabei die Figur so zu zeichnen, dass man sie immer wieder erkennt. Tipp: Einfach mal danach googlen und eine Figur Eurer Wahl in den verschiedenen Posen abzeichnen. So wird man immer sicherer Figuren von allen Seiten zu zeichnen.

In einem guten Drehbuch notiert der Regisseur auch gleich die Kameraeinstellung, wie z.B. Totale, Halbtotale, Halbnahe, Amerikanische (man sieht dabei gerade noch den Revolver), Nahe oder Detail. Die Perspektive der Kamera kann man gut als Stilmittel nutzen. Kommt die Kamera beispielsweise von unten, so wirkt die Figur groß und mächtig, weil man ja quasi von unten zu ihm oder ihr aufschaut.

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Fügt man der Szene einen Hinter-, Mittel- und Vordergrund hinzu entsteht schnell Tiefe im Bild.  Außerdem verrät Maike ein paar Ticks, wie man Inhalte visuell unterstützen kann. Beispielsweise kann man den Figuren Raum geben, um zu betonen, dass die nächste Person weit weg ist. Will man zum Ausdruck bringen, dass sich eine Person begrenzt fühlt, zeichnet man sie an den Rand des Panels und richtet den Blick auf eben diese Begrenzung, um dies zu unterstreichen.

Abspann

Dann haben wir uns ganz kurz im Kino zurück gelehnt und den Teaser zum Kurzfilm SO WEIT angeschaut. Wie geht die Geschichte weiter? Das konnte jeder für sich entscheiden. Wir haben geübt eine Storyboard Vorlage auszufüllen: Wie heißt die Szene? Kurze Skizze (Shot) und Beschreibung was passiert (Action). Welche Dialoge finden statt und ob es Spezial Effekte (FX) gibt, z.B. Herzklopfen, Schuss, Hemd färbt sich rot.

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Wir haben viele tolle Storyboards generiert – diese und weitere Fotos vom Meetup findet ihr in unserer Flickr Gruppe. Und weil Ralf wieder eine Sketchnote zum neuen Arbeitsbuch von Mike Rohde beigesteuert hat, war der mitp Verlag so freundlich, uns ein Buch zur Verlosung unter allen eingereichten Storyboards bereit zu stellen. Die glückliche Gewinnerin haben wir benachrichtigt.

*** The End *** Aber Fortsetzung folgt!

Britta Ullrich

Veröffentlicht von

vizworks.de

Ich gehöre zum Gründungsteam von vizthink.de und zum Hamburger Orga-Team. Mein Visual Thinking Fokus betrifft die Frage wie sich Visualisierung für effektives Arbeiten einsetzen lässt. Bei XING beschäftige ich mich als Team Lead mit User Experience Research und Kreativitätsmethoden. Bei vizworks.de lehre ich als Trainerin Erwachsenen die 'Bildsprache für die Arbeit'. Es geht darum die eigenen, komplexen Ideen gewinnbringend zu kommunizieren - nicht um Kunst. Es ist meine Vision, die Bildsprache zu verbreiten, um die Innovationskraft zu fördern sowie Fokus und Spaß in unseren Arbeitsalltag zu bringen.

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