So war’s: vizthink Meetup Berlin #12

21433496924_95afabaf21_o Unser 12. Berliner Meetup war ein Treffen, das ein wenig aus dem bisher gewählten Rahmen fiel. Anstelle des eher üblichen Fokus’ auf Fragen, wie man mit dem Stift denken kann und was es dazu an Handwerkszeug und Kompetenz braucht, fragten wir uns dieses Mal, wie visuelle Tools & Methoden beitragen können, gesellschaftlich aktiv zu werden. Dieser Ansatz kam offensichtlich gut an, denn wir hatten über 40 Gäste! Die 2 Meetingräume unseres Hosts, dem gerade frisch eröffneten Migration Hub in der Potsdamer Strasse 144, waren dann auch gut gefüllt!

22043759062_f9210eec00_oGleich als erstes und noch vor dem offiziellen Welcome gab es 3 verschiedene Poster auf den Tischen, dazu Stift und Papier zum warm kritzeln. Wir wollten wissen, was der Grund der Teilnahme war, welche Fragen sie mitbringen und welche Beispiele sie kennen, wo visuelle Tools erfolgreich für einen guten Zweck eingesetzt werden. Da kamen gleich spannende Diskussionen zustande!

Natürlich gab es auch noch ein offizielles Welcome. Paula vom Migration Hub erzählte kurz, wie dieser besondere Co-Working Ort entstand und was das StartupBoat.eu mit unserem Thema zu tun hat. Nach einer kurzen, aber sehr wirkungsvollen Vorstellungsrunde, die von einem Nachbar gezeichnete Namensschilder involvierte, ging es dann auch gleich zum Thema des Abends über.

Benjamin Felis von unserem Berliner vizthink Team startete die Runde. Er zeigte uns ein Video von der Aktion “Pimp my carroca”, auf die er während seiner Brasilien Reise aufmerksam wurde. Alle waren sichtlich berührt, welchen Unterschied der Einsatz der Künstler Community Sao Paulo’s im Leben der “recycable material collectors” gemacht hat. Auch viele Künstler wissen, wie es sich anfühlt, marginalisiert zu werden und unsichtbar zu sein. Die Veränderung, die mit dieser Aktion erreicht wurde, war genau der inspirierende Auftakt, den wir für unser Vorhaben brauchten.

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Anne Kjær Riechert, Co-Founder Refugees on Rails, und Miriam Notowicz von der Initiative Lichtenberg hilft trugen mit ihren darauf folgenden Erfahrungsberichten über ihre Arbeit mit Flüchtlingen weiter dazu bei, dass wir alle das Gefühl bekamen, auch bei uns in Berlin geht was. Einen Mangel an Gelegenheiten, sich zu engagieren, gibt es gerade heute weniger denn je, und aktuelle Studien reden immer öfter von der Kraft visueller Instrumente (und wie sie leben, arbeiten und führen erleichtern). Dennoch machten wir nicht bei allgemeinen Aussagen halt, der Abend sollte ja zum Auftakt für eine längerfristige Beteiligung unserer Community werden.

Anne und Miriam hatten auch schon ganz konkrete Bedarfe im Gepäck: Von der Weiterentwicklung des Logos für Refugees on Rails über die verschiedensten zu visualisierenden Begriffe in Kategorien wie “Hinweisschilder”, “Orientierung” 21433478764_96809ca0f8_o, “Was ist das?”, “kulturelles Verständnis” oder gar ganzen Abläufen und Prozessen war für jeden etwas dabei. 22030108516_83d7e4cc26_oWir teilten uns in kleine Gruppen auf und trugen genau da bei, wo es uns ”hinzog”. Die Ergebnisse teilten wir miteinander in Form eines “Gallery Walks”, was auch zu vielen weiteren Anregungen führte. 22056153825_d3c19deb53_oDie Teilnehmer waren enthusiastisch, berührt und vor allem motiviert, weiter dran zu bleiben. Auch Miriam und Anne gingen zufrieden und mit vielen konkreten Beiträgen, Kontakten und Angeboten zum Weitermachen nach Hause. von Es war ohne Zweifel ein sehr emotionaler Meetup, was man auch beim anschliessenden Ausklang und Netzwerken beobachten konnte.

All‘ dieweil bereicherte Marianna Poppitz von Urban Planet Comix unser Meetup um ein weiteres neues Element: ein “visuelles Protokoll”. Marianna, weitaus mehr als Comic-Zeichnerin, nutzt visuelles Storytelling auf die vielfältigste Art und sicher freuen sich auch die Nutzer des Migration Hub noch so manches Mal über diese gelungene Zusammenfassung zu den Fragen, Gedanken und Ideen zum Thema Migration.21869338219_82d75bf755_o Und auch wir freuen uns schon wieder – und zwar auf das nächste Meetup am 2. Dezember 2015, wo es aller Voraussicht nach um “vizthink Berlin Meetups 2020” gehen wird (so, save the date!!).

Wie geht’s weiter? Wir hoffen, ihr meldet euch zahlreich bei Miriam (für den Ressourcenpool Visualizing for Refugees) und Anne (vor allem, wenn ihr alte Laptops für die zukünftigen Coder abzugeben habt), um ihre Initiativen auch in Zukunft zu unterstützen. Wenn ihr weitere tolle Good-Practice Beispiele habt, sammeln und posten wir diese gern. Auch wir bleiben dran, und melden uns, wenn der angedachte Einführungsworkshop für freiwillige Visualisierer zustande kommt.

Eine ausführliche Fotodokumentation des Graphic Recordings von Marianna Poppitz findet ihr hier. Diese Doku wird noch weiter ergänzt. Alle anderen Fotos vom Abend sind im vizthink Flickr Fotoalbum. Ihr habt auch Bilder gemacht? Schickt sie uns oder postet sie direkt auf unserer Facebook Seite.

Wiebke-Anka

Veröffentlicht von

www.wiebkekoch.de

So um 2010 herum habe ich in meiner Arbeit als Facilitator, Trainer und Coach das Medium Bilder entdeckt. Das Sprichwort "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte" hat sich nämlich das eine oder andere Mal als so essentiell erwiesen, dass ich beschloss, dem nachzugehen. Seitdem bilde ich mich regelmäßig weiter im Bereich Illustration, Graphic Recording und Visual Facilitation. Oft muss ich dabei über mich und meine alten Glaubenssätze hinauswachsen, denn trotz oder gerade wegen des Aufwachsens in einem sehr künstlerisch geprägten Umfeld war ich der festen Überzeugung malen könnte ich nicht, und würde es auch nie lernen. Doch die gute Nachricht ist: Visualisieren ist erlernbar und Übung macht den Meister. Und ich bin das beste Beispiel dafür! Seit 2013 werde ich immer häufiger genau dafür gebucht, bezahlt und sehr gewertschätzt für den Unterschied, den meine Visualisierungen machen. Visuelle Tools machen Lust auf mehr und sind eine wertvolle Möglichkeit, um schneller, leichter und mit mehr Spaß an den Kern unseres Anliegens zu kommen. Joy @Work!

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